Vorwort:

Mein älterer Sohn Mikey und ich, beide eher hyperaktiv und totale Naturliebhaber, gehen gerne auf Naturferien, so im Jahr 2017 nach Irland, 2019 Südschweden, 2022 Aland-Inseln, 2023 Irland. Aber was nun…? Bretagne? Road-Trip durch Spanien? NEIN, wir entscheiden uns für was «Exotisches». Wir wollen mit meinem neuen Auto reisen und wir wollen mindestens eine Woche ein tolles Hausboot haben auf den Masurischen Seen geniessen. Somit Destination: POLEN

Vorbereitung:

Wir mieten uns ein topmodernes, im Juni 2024 fertig erbautes Hausboot mit 3 Kabinen, alle mit eigenem Bad. Grosse Lounge im Heck, Sonnenliege-Fläche vorne beim Bug. Sonnendeck oben, wo man das Boot ebenfalls navigieren kann. Oder direkt in den See springen und so. Vorgängig gehen wir noch für 2 Nächte nach Danzig und buchen uns eine schöne Ferienwohnung. Nach der Woche auf dem See, Fahrt runter nach Krakau. 2 Nächte dort, inkl. Besuch/geführte Tour durch die KZ Auschwitz und Auschwitz-Birkenau. Dann mal schauen, wohin es noch geht…

Anreise / Einreise:

Wir fahren am 28.08.24 um 21.30h in Herrliberg weg und erreichen ohne jegliche Probleme nach knapp 1500 Kilometer Fahrt primär auf Autobahnen in 13 Stunden unser erstes Ziel: Danzig. Wir haben keine Erwartungen an Danzig und werden darum sehr positiv überrascht. Was für eine grossartige, wunderschöne, lebendige Altstadt! Die Küsten bei Sopot (Nobelort) und auch die Küste gleich in der nähe unserer Unterkunft: traumhafte Strände, Wasser noch 20° Grad warm (wir gehen natürlich rein), viele Menschen, relaxte Atmosphäre an den Stränden, Strandbeizen, Chilbi-Anlagen, Buden usw. – die Polen geniessen den Sommer in vollen Zügen.

Hausboot auf den Masurischen Seen:

Wir mieten uns leisten uns ein Top-modernes Hausboot Futura 40, im Juni 2024 gebaut. Ein richtiger Eye-Catcher, nicht nur wegen dem Bootsnamen «Pedro Pedro Pedro»… die Hausboote sind alle in perfektem Zustand und in Polen kosten diese etwa die Hälfte wie in Deutschland. Die Fahrt von Danzig nach Angerburg dauert gut 4 Stunden Überland. Nicht die besten Strassen, aber Natur, Natur, Natur. Viel Platz, viel Nichts. Die Übernahme geht sehr rasch… zum Glück haben wir alles schon auf den Youtube Videos studiert. Nachdem wir loslegen und den Kanal runter tuckern bis zur Mündung in den See… – ein unglaublich schönes Glücksgefühl. Wir haben auch die ganze Woche allerbestes Wetter, immer Sonne, 32° Grad heiss und die Seen werden 23° Grad warm. Diese Seen, diese Landschaften… unglaublich schön. Alles vernetzt miteinander. Alles zusammen mit einer Fläche des Kanton Zürich. Wir «campieren» (= Anker runter) mal wild oder wir gehen auch in die Häfen, wo wir Strom anschliessen, Wasser auffüllen und auch lokale Restaurants, saubere Dusche, WC, Einkaufsläden, usw. vorfinden.

Wir baden an entlegenen Buchten (Anker sauber gesetzt), wir kaufen in polnischen Geschäften ein (sehr günstig alles), wir machen Disco auf dem Boot und trinken das eine oder andere Bier… wir springen vom Sonnendeck und geniessen das Leben. Ferien pur! In Gizycko, dem ehemaligen Lötzen, sind wir im Hafen. Ich genehmige mir (vermeintlich) einen letzten Drink oben auf dem Sonnendeck und höre auf der anderen Seite junge Leute selbst Musik spielen und singen. Mit Stimmen wie in einer Oper! Sie sehen, dass ich zuhöre und kommen rüber, ich solle doch zu ihnen stossen… ich wecke Mikey und wir gehen rüber. Was für ein unvergesslicher Abend. Party, singen, trinken, coole Stimmung, und alles mit Polen und Polinnen. Wir sind die einzigen Ausländer und werden verwöhnt und ordentlich mit Vodka versorgt… spontan und gemütlich. Unvergesslich. Am nächsten Morgen war bis zum Schwumm im Wasser aber der Brummschädel lauter als der Dieselmotor des Hausbootes… :)

Die Zeit vergeht zu schnell, wir hätten gerne noch ein paar Tage mehr auf dem Boot gehabt… die Abgabe verläuft reibungslos und wir fahren in 8 Stunden südlich nach Krakau, wo wir uns ein schönes Hotel gebucht haben für 2 Nächte.

Krakau lebt! Eine wunderschöne Stadt an der Weichsel, eine Innenstadt mit Restaurants, Läden, geschichtlichen Bauten usw. usw. Krakau wäre eine reine Städtereise wert; wir kommen wieder!

Der Ausflug nach Auschwitz und Auschwitz-Birkenau dauert inkl. Fahrt über 7,5 Stunden. Die geführte Besichtigung über 4 Stunden. Was wir hier sehen und erleben… – grausam. Lassen wir das hier.

Wir entscheiden uns früh abzufahren und dann via Tschechien und Österreich nach München zu gelangen. Wir brauchen infolge starken Regens 11,5 Stunden für die Fahrt. In München angekommen, in meinem Stammhotel Europa die Zimmer bezogen und sogleich zum Löwenbräukeller auf eine gute Mass Bier und feines, bayerisches Essen.

In München waren Mikey und ich schon oft und kennen unsere Orte, Plätze, Restaurants, welche uns gefallen. Am Tag danach geht es zurück. 3579 Kilometer im Auto. Unfallfrei. Absolute Vater/Sohn Traum-Ferien.

Die Planung für die nächsten Ferien im September 2025 läuft… :)