Vorwort

Beim Besuch der FESPO Anfang 2025 packte uns die Lust auf Ferien mit dem Motorhome. Es gibt viele tolle Destinationen für diese Art von Reisen, doch wir entschieden uns für Nova Scotia, nicht zuletzt weil Edelweiss Air neu nonstop von Zürich nach Halifax und zurück fliegt.

Vorbereitung

Frühzeitig das Motorhome buchen und die Campgrounds reservieren ist das A und O. Ebenso wichtig sind eine durchdachte Routenplanung und die ungefähre Festlegung der zu fahrenden Kilometer. Vor der Abreise habe ich ein ausführliches Reiseprogramm erstellt, um alle wichtigen Informationen im Überblick zu behalten.

Unser Routenverlauf

Für mich begann die Reise am Flughafen von Salt Lake City (siehe Blog Roadtrip USA) mit einem Flug via Toronto nach Halifax. Am Abend kam ich an, checkte im Cambridge Suites Hotel ein und holte am Folgetag Kati ab, die mit dem Edelweiss-Direktflug aus Zürich ankam. Gemeinsam spazierten wir am Pier in Downtown Halifax und genossen ein leckeres Abendessen im Restaurant.

Am nächsten Morgen holte uns Fraserway, der Vermieter unseres Motorhomes, am Hotel ab und brachte uns zur Übernahmestation. An diesem Tag herrschte dort organisatorisches Chaos, weshalb wir lange auf die Übernahme warten mussten. Schliesslich erhielten wir unseren Fraserway C-Medium, unser Zuhause auf vier Rädern.
Nach einem Einkauf im Walmart fuhren wir zum ersten Campingplatz: Murphy’s Camping on the Ocean.

Dieser Platz liegt etwa eine Stunde von Halifax entfernt direkt am Meer. Besonders gefallen hat uns das gesellschaftliche Konzept mit Gemeinschaftslagerfeuer und Kaffee am Morgen. Wir plauderten am Abend unter klarem Sternenhimmel mit unseren Nachbarn und probierten selbstgemachten Wein von Locals, ein genialer Start in die Ferien.

Am nächsten Tag fuhren wir südlich nach Peggy’s Cove, mit einem Abstecher zum Swissair Flight 111 Memorial. Das Peggy’s Cove Lighthouse gilt als eines der meistfotografierten der Welt und die Touristenströme waren deutlich spürbar. Wer ein Foto ohne Menschen will, muss früh aufstehen, was bei uns nicht der Fall war. Meinen ersten Hummer gab es an diesem Tag in Lunenburg, einem charmanten Fischerörtchen mit bunten Holzhäusern, UNESCO-Welterbestatus und einer der am besten erhaltenen britischen Kolonialstädte Nordamerikas. Die Übernachtung erfolgte im The Ovens Natural Park, der mit schöner Meersicht punktet. Bekannt sind hier die Höhlen, die man über einen einfachen Trail vom Campingplatz aus erreichen kann.

Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir im Jeremy’s Bay Campground im Kejimkujik National Park. Ein echter Geheimtipp. Wir erkundeten den Park mit dem Motorhome, spazierten, schwammen und paddelten am Nachmittag im Kanu auf dem Mersey River. Natur pur in einem dichten, unberührten Wald, ein absolutes Highlight. Abends grillten wir Spareribs oder Steaks, oft mit Mac and Cheese als Beilage. WLAN gibt es hier kaum, aber die Natur entschädigt doppelt. Besonders beeindruckend war das Observation Deck, von dem aus wir Sternschnuppen und Satelliten beobachten konnten.

 

Hopewell Rocks und New Brunswick

Als nächstes verliessen wir Nova Scotia und fuhren zu den Hopewell Rocks in New Brunswick, mit Übernachtung im nahegelegenen Ponderosa Pines Campground. Die Lage ist ideal, da man in wenigen Minuten zu den Felsen gelangt. Die Hopewell Rocks sind weltberühmt für ihren gewaltigen Tidenhub von bis zu 16 Metern. Am Morgen spazierten wir auf dem Meeresboden, sechs Stunden später stand alles unter Wasser.

 

Cape Breton und Cabot Trail

Nach einer langen Fahrt auf dem Trans-Canada Highway erreichten wir den Baddeck Cabot Trail Campground am Fusse des legendären Cabot Trails, unser Lieblingsplatz der Reise. Das freundliche Personal, der Pool und die charmante Anlage gefielen uns besonders. Am Folgetag fuhren wir einen Teil des Cabot Trails und machten einen Abstecher nach Cape Smokey. Mit der Skyline Gondola ging es auf das Gipfelplateau, die einzige Seilbahn in Atlantik-Kanada.

Die nächsten zwei Nächte blieben wir im Broad Cove Campground, einem grossen Campingplatz nahe am Strand. Beim Baden sahen wir unter uns kleine Hummer und es war ein besonderes Erlebnis, mit ihnen zu schwimmen. Das Meereswasser war glasklar, jedoch etwas frisch.

Am darauffolgenden Tag fuhren wir die gesamte Cabot Trail Runde. Die Panoramastrecke durch die Highlands ist eindrucksvoll, mit vielen Fotostopps. Der berühmte Skyline Trail war leider geschlossen. Stattdessen fuhren wir weiter, machten Mittagspause in Chéticamp, einem kleinen Fischerort und probierten zum ersten Mal frische Krabbe. Entlang des Trails gibt es viele kleine, charmante Läden, in denen wir Souvenirs kauften.

 

Tidal Bore Rafting

Zum Abschluss der Motorhome-Reise folgte ein echter Insider-Tipp: Tidal Bore Rafting mit den Shubie River Wranglers. Mit schnellen Zodiacs jagt man den einströmenden Flutwellen der Bay of Fundy entgegen, reitet über schäumende Wellen und gleitet durch schlammige Stromschnellen, eine Mischung aus Wildwasserfahrt und Naturshow. Zum Schluss ging es noch zum Mud Sliding. Adrenalin pur und der perfekte Schlusspunkt für unsere Reise.

 

Abschluss in Halifax

Am zweiten August gaben wir das Motorhome zurück und fuhren nach Halifax, wo wir noch zwei Tage blieben, bevor es zurück nach Zürich ging. Wir besuchten das Maritime Museum of the Atlantic, die Zitadelle und gingen noch etwas shoppen.

 

Schlusswort

Diese Reise war für uns einfach unvergesslich. Jeder Tag hielt neue Eindrücke bereit, vom ersten Bier am Lagerfeuer bis zum Rauschen der Wellen am Strand. Wir haben traumhafte Orte entdeckt, nette Menschen getroffen und die Freiheit genossen, mit unserem Motorhome dort anzuhalten, wo es uns gefiel. Die Natur in Nova Scotia, das leckere Essen und der entspannte Vibe auf den Campingplätzen haben uns sehr gefallen und ich kann es wärmstens weiterempfehlen.